Holzschindeldeckungen gehören zu den ältesten Techniken, Dächer und Fassaden dauerhaft vor Witterung zu schützen. Aus regional verfügbaren Hölzern entstanden charakteristische Gebäudehüllen, die bis heute viele historische Ortsbilder prägen – vom Schwarzwald bis nach Vorarlberg. Neben der warmen, lebendigen Optik punkten Holzschindeln mit guten bauphysikalischen Eigenschaften, Reparaturfreundlichkeit und einer sehr guten Ökobilanz.
Gerade in der Restaurierung sind fundierte Kenntnisse zu Deckarten, Befestigungen und zum Umgang mit bestehenden Konstruktionen unerlässlich. Gleichzeitig entdecken ArchitektInnen und Planende den besonderen Ausdruck von Holzschindeln für den Neubau: von der Fassadengestaltung in Kombination mit anderen Werkstoffen bis zur kompletten Gebäudehülle.
Aber auch bei kleineren Projekten wie Carports, Gartenhäusern oder Anbauten lassen sich mit Holzschindeln ansprechende Lösungen mit Alleinstellungsmerkmal realisieren. Entscheidend sind dabei immer die konstruktiven Details und die Einhaltung der geltenden Regelwerke – sie bilden die Grundlage für dauerhaft funktionierende und gestalterisch überzeugende Holzschindeloberflächen.
Die Teilnehmenden arbeiten in 2er-Teams an 1:1-Modellen und stellen alle besprochenen Details selbst her. Werkzeug und Material werden gestellt. Arbeitskleidung, Arbeitsschuhe, Gehörschutz sind mitzubringen.
Hinweis:
Es besteht die Möglichkeit, das bearbeitete Modell (Grundfläche 0,90mx1,30m, Höhe 1,60m) im Anschluss mitzunehmen. Bitte sprechen Sie uns bei Interesse frühzeitig an. Der Transport ist selbst zu organisieren, Hebezeug ist vorhanden.
Zielgruppe:
Zimmerer und Dachdecker, die selbst Holzschindeln planen und verlegen, sowie Planende, die Holzschindeln in ihren Projekten einsetzen wollen.
Seminarziel:
Die Teilnehmenden erhalten das nötige theoretische Wissen für die Planung, sowie im Praxisteil Einblick in verschiedene Details an Fassade und Dach.
Seminarinhalte – Theorie:
- Geschichte und Materialkunde
- Systemaufbauten, Details und Befestigung
- Regelwerke, Normen und Richtlinien
- Schadensbilder und Fehlerquellen
- Nachhaltigkeit, Bauphysik und Wirtschaftlichkeit
Seminarinhalte – Praxis:
- Fassade: Sockel, Wandfläche, Außenecke, Fensteranschluss, Anschluss Dachuntersicht
- Dach: Traufe, Dachfläche, First, Grat, Ortgang, Wandanschluss
Seminardauer:
08:45 -17:00 Uhr
Max. TN-Zahl:
16 Personen
Förderung:
Für Teilnehmende aus Baden-Württemberg ist eine Förderung von 45% der Seminargebühren aus ESF-Mitteln möglich.